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Kristina Zierhut

Nachhilfe  Lernpsychologische Beratung  Hochbegabtenförderung

            

Einen Lernplan erstellen

von Kristina Zierhut (Mai 2019)

Du suchst eine Anleitung für das Erstellen eines Lernplans? Dann bist du hier genau richtig. Ich zeige dir Schritt für Schritt wie du dir selbst einen Lernplan erstellen kannst. Dabei ist es unerheblich, ob du dir deinen Plan für das ganze Schuljahr, bis zur nächsten Prüfung oder einfach nur für einen stressigen Zeitraum erstellst.

Es ganz leicht sich einen Plan für das restliche Schuljahr aufzustellen, um so in aller Ruhe nochmal alles wiederholen zu können. In diesem Text zeige ich dir, wie du vorgehen kannst, um dir einen Lernplan zu erstellen. Alle Schritte, die du machen musst, sind hier aufgelistet. Du musst einfach nur die einzelnen Punkte beachten, dann hast du einen super Lernplan, der dich gut und sicher durch alle Prüfungen bringt.

 

Wann sollte man sich einen Lernplan für eine Abschlussprüfung erstellen?

Gerade hat das Schuljahr angefangen und die Prüfungen am Jahresende sind noch gefühlt „so weit weg“. Wer denkt da schon daran, einen Lernplan aufzustellen? Den meisten Schülerinnen und Schülern fällt so etwas erst ein, wenn es schon zu spät ist. Vor allem in der Abiprüfung werden in Geschichte, Biologie oder BWL sehr viele und umfangreiche Themen abgefragt. Erst im Januar mit Lernen anzufangen ist definitiv zu spät. 

Am sinnvollsten ist die Planung für eine Abschlussprüfung am Ende des vorhergehenden Schuljahres. Da kennt man schon seine Prüfungsfächer und die Prüfungs- und Ferientermine, die man zur Planung braucht. Außerdem hast du noch die Sommerferien, die du bei Bedarf nutzen kannst, um Lücken aus den vorhergehenden Schuljahren zu füllen. Das ist vor allem in Fächern wie Mathe sehr häufig der Fall. Aber auch in den Fremdsprachen kann man sich so einen guten Start ins letzte Schuljahr verschaffen.

 

Was muss alles in einen Lernplan rein?

Zuerst musst du festlegen, was du denn überhaupt lernen willst. Manchmal machen es dir deine Lehrer einfach und listen die Themen oder sogar einzelne Aufgaben zum Üben für dich auf. Dann kannst du dich daran orientieren.

Es kann aber auch passieren, dass du dir dein Material selbst zusammenstellen musst. Dann bietet es sich an, dass du dich an einem Schulbuch orientierst, auch wenn ihr das nicht im Unterricht benutzt. Oder du nimmst ein Prüfungsvorbereitungsbuch (z.B. Erfolg im Mathe-Abi vom Freiburger Verlag) zur Hilfe. Wenn du kein Schulbuch hast, kannst du die Themen auch aus deinem Schulheft oder dem Lehrplan (die findet man normalerweise auf den Seiten des Regierungspräsidiums oder Kultusministeriums deines Bundeslandes, beispielsweise hier für berufliche Gymnasien in Baden-Württemberg) entnehmen und dir eine Liste erstellen.

 

Wie stellt man nun so einen Lernplan auf?

Du kannst einfach die nachfolgende Anleitung Schritt für Schritt durchgehen und dir so einen Plan erstellen. Wenn dir das schwer fällt, weil du dir nicht vorstellen kannst, wie dann ganz konkret an die Sache rangehst, oder dir dein eigenes Zeitmanagement einen Strich durch die Rechnung macht, dann bietet es sich an, dass du an einem Seminar oder Workshop zu diesem Thema teilnimmst, wie er auch von mir angeboten wird. Aber jetzt erst mal zu der Anleitung. Um das alles ein bisschen anschaulicher zu gestalten, habe ich hier als Beispiel die Frage einer Schülerin genommen, die sich im Oktober einen Lernplan für die Abiprüfung erstellen wollte. Du kannst das dann analog auf die Fächer anwenden, die du selbst lernen musst.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

Schritt 1: Du schaust, wie viel Zeit du zum lernen hast. Z.B. Abiprüfung Biologie ist im März. Du willst jetzt anfangen zu lernen. Also hast du noch gute 6 Monate.

Schritt 2: Du schaust, was du lernen musst (die großen Themen). Dazu kannst du den Lehrplan heranziehen oder das Inhaltsverzeichnis deines Schulbuchs. Nehmen wir mal an, du musst in Bio folgendes lernen: Genetik, Zellbiologie, Neurobiologie und Evolution.

Schritt 3: Du berechnest, wie viel Zeit du für jedes Thema hast. Hier sind es ca. 6 Monate / 4 Themen = 1,5 Monate Zeit. Das sind ungefähr 6 Wochen. Das ist ein Richtwert für deinen Lernplan, der aber noch sehr grob ist. Deine Grobplanung sozusagen. Aber mit irgendetwas musst du ja anfangen.

Schritt 4: Jetzt kommt die Feinabstimmung. Du nimmst dir das erste Thema und schaust, welche Unterpunkte dazu gehören. Das findest du wiederum im Inhaltsverzeichnis deines Buchs oder du schreibst dir die Überschriften aus deinem Schulheft raus.

Nehmen wir an, du findest heraus, dass zu Genetik die Unterthemen Molekulargenetik, Humangenetik und Gentechnik gehören. Im Inhaltsverzeichnis siehst du schon, dass bei Molekulargenetik viel mehr Unterkapitel und Seiten sind als bei den anderen beiden Themen. Dann teilst du so ein:

 

1. bis 3. Woche: Molekulargenetik

4. Woche: Humangenetik

5. Woche: Gentechnik

6. Woche: Puffer

 

Einen Puffer einzuplanen ist wichtig, weil du für Verzögerungen und unvorhergesehene Ereignisse einen Platz vorsehen musst. Sonst kommst du bei jeder kleinen Störung aus dem Takt und das erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass du deinen Plan nicht einhältst. Solche Störungen können verschiedene Ursachen haben: du wirst krank, du schreibst in einer Woche schon drei Arbeiten und dann drückt dir der Spanischlehrer noch einen Vokabeltest rein und du hast keine Zeit mehr für deinen Lernplan, der Freund deiner besten Freundin hat mit ihr Schluss gemacht und du musst sie trösten, eines der Kapitel ist doch schwieriger zu verstehen, als du erwartet hattest, usw.

Die Pufferzeiten geben dir ein bisschen mehr Spielraum, wenn etwas nicht so klappt wie geplant. Durch diese größere Flexibilität kannst du deinen Lernplan auch noch einhalten, wenn Schwierigkeiten auftreten. Das ist unheimlich wichtig, denn sonst führen schon kleinste Störungen dazu, dass du deinen ganzen Plan nochmal umwerfen musst und neu machen. Und das wäre nur das kleinste Übel. Sehr häufig führt so eine Störung dazu, dass du denkst: "Das krieg ich sowieso nicht hin" und einfach wieder aufgibst.

Merke: Pufferzeiten sind einer der wichtigsten Punkte, dass du deinen Plan später auch einhalten kannst.

 

Schritt 5: Nun brichst du die Unterthemen auf einzelne Lernportionen runter. Auch dazu nimmst du wieder dein Buch oder Heft zu Hilfe. Diesmal schaust du nach den genauen Seitenzahlen. Diese teilst du dann auf die einzelnen Wochen auf, die dut zum Lernen hast.

Beispiel: Molekulargenetik hat 36 Seiten im Buch. Dafür sind 3 Wochen vorgesehen.  Du musst also jede Woche ungefähr 12 Seiten wiederholen.

Diese einzelnen Lernpotionen für jede Woche nenne ich den Masterplan. Normalerweise musst du ja für eine Prüfung mehr als nur ein Fach lernen. Im Masterplan schreibst du dir auf, was du in jedem Fach pro Woche lernen willst.

 

Schritt 6: Jetzt nimmst du die Themen, die auf den ersten 12 Seiten stehen und packst sie in deinen Wochenplan. Dazu musst du berücksichtigen, wie dein Stundenplan aussieht und welche Freizeitktivitäten du machst. Wenn du dienstags bis 5 Uhr Schule hast und danach noch Fussballtraining, dann brauchst du an diesem Tag nicht noch Lernen eintragen.

Um dir das ein bisschen einfacher zu machen, kannst du dir meinen Wochenplan runterladen, in den du dir dann deine ganzen Termine eintragen kannst (Schule, Sport, Arbeiten, etc.). Die meisten meiner Schüler benutzen diesen Wochenplan regelmäßig.

In meinem Workshop zeigt sich immer wieder, dass dieser Schritt einer der heftigsten ist, weil die meisten Schülerinnen und Schüler stark überschätzen, wie viel Zeit sie eigentlich zum Lernen haben. Du solltest also an dieser Stelle ehrlich zu dir selbst sein und auch die Aktivitäten eintragen, die vielleicht unnötig sind, die du aber trotzdem Tag für Tag machst. Es ist sehr wichtig über die eigene Zeitplanung Bescheid zu wissen. Mehr zu diesem Thema, das man im Fachjargon Zeitmanagement nennt, habe ich speziell für Schüler und Studierende in einem kleinen Leifaden zusammengeschrieben. Wenn du möchtest, kannst du ihn dir hier kostenlos anfordern.

Außerdem solltest du die Zeit, die du für die einzelnen Lerneinheiten benötigst, realistisch einschätzen. Wenn du anfängst deinen Lernprozess zu planen, fällt dir das im allgemeinen sehr schwer und du legst bei deiner Planung oft daneben. Plane lieber viel mehr Zeit ein, als du denkst zu brauchen. ;-) Eine weitere Möglichkeit ist, dass du die Zeit stoppst, die du für eine Seite zum Lesen und Zusammenfassen brauchst. Dann hast du einen Richtwert, an dem du dich orientieren kannst.

In unserem Beispiel sieht das dann so aus:

1. Woche - Montag: Experiment von Avery & Griffith / Replikation der DNA

1. Woche - Dienstag: ----   (da ist ja Fussballtraining)

1. Woche - Mittwoch: Vom Gen zum Merkmal - Translation und Transkription

 usw.

1. Woche - Sonntag: Pufferzeit

 

Pufferzeit solltest du, wie oben schon erwähnt, in deinem Wochenplan immer einplanen, denn es werden viele unerwartete Ereignisse eintreten. Du wirst  z.B. auf eine Geburtstagsfeier eingeladen und kannst nicht am geplanten Tag lernen. Oder du brauchst für eine Lerneinheit mehr Zeit, als du eingeplant hast. Ohne Pufferzeiten wird die Arbeit mit einem Lernplan immer sehr frustierend, weil man ständig das Gefühl hat, nichts hinzukriegen.

„Wofür soll ich dann überhaupt einen Plan machen?“, könntest du jetzt fragen. Ein Lernplan hilft dir in vielerlei Hinsicht.

Kennst du die Situation, dass du ja eigentlich lernen möchtest, dich an deinen Schreibtisch setzt und dann doch irgendwie bei deinem Lieblingscomputerspiel oder an deinem Handy landest?

Das liegt nicht an mangelnder Motivation. Dir ist ja schon klar, dass du lernen willst. Das Problem ist die fehlende „Fiat-Tendenz“. Das ist der Antrieb, der uns den ersten Schritt machen lässt, der uns dazu bringt, überhaupt anzufangen. Und genau da hilft dir dein Lernplan, weil er dir genau sagt, welche Seite im Buch du lesen sollst oder welche Übungsaufgabe du machen willst. So „kriegst du die Kurve“. Vielleicht nicht immer, aber doch mit größerer Wahrscheinlichkeit.

Ein weiterer großer Vorteil dieser Vorgehensweise ist, dass du schon beim Erstellen des Lernplans einen guten Überblick über das Thema kriegst, was alles so dazu gehört. Das macht das Lernen einfacher und du kannst später bei Prüfungsaufgaben besser zuordnen, in welchen Themenbereich sie hinein gehören. Und du überlegst dir viel genauer, was du lernst und wie du es am besten lernst, weil du keine Zeit zu verschwenden hast. 

Kalendervorlagen und Tagespläne, die dir deine Planung erleichtern, findest du hier zum kostenlosen Download. Außerdem kannst du dich zu einem Workshop anmelden, bei dem du deinen Lernplan unter Anleitung von mir erstellst und dabei alle deine Fragen live loswerden kannst und auch beantwortet bekommst. Dazu viele Tipps zu Lernmethoden und wo du die inhaltlichen Informationen, also was du lernst, am besten herbekommst.

 

Kristina Zierhut